Die wichtigsten Bestimmungen im Wortlaut. Mit diesen „Nürnberger Gesetzen“ schließt sich das „Dritte Reich“ selbst aus der Reihe zivilisierter Nationen aus.
Die Nürnberger Rassegesetze und die ihnen folgenden 20 Verordnungen stürzten tausende von Familien ins Unglück und brachten ungezählte Unschuldige vor Gericht. Eine jüdische Familie, die eine christliche Hausangestellte beschäftigte, konnte ebenso wegen Rassenschande verurteilt werden wie ein „Arier“, der nach Erlaß der Gesetze im Ausland eine jüdische Frau geheiratet hatte. Die „Nürnberger Gesetze“: die Judenverfolgung wird legal!

Der „Parteitag der Freiheit“ im Herbst 1935 war gekennzeichnet durch hektische Betriebsamkeit. Teilnehmer waren hohe Beamte des Innenministeriums. Sie sollten die „Frage der Verheiratung zwischen Ariern und Nichtariern und aller damit zusammenhängenden Probleme“ gesetzlich regeln.

Hastig fertigten die Ministerialbeamten in der Polizeidirektion mitten im Trubel der Aufmärsche und Proklamationen mehrere Entwürfe. Damit mußten sie sich ans andere Ende der Stadt durchschlagen - zum Innenminister Wilhelm Frick und Hitler - um immer neue verschärfende Auflagen abzuholen.

Endlich um Mitternacht vom 14. auf den 15. September akzeptierte Hitler die Entwürfe, wollte aber noch ein Reichsbürgergesetz zur Abrundung. In einer halben Stunde schluderten die Beamten auch dieses Gesetz zusammen. Um 2.30 Uhr am 15. September 1935 hatte Hitler sämtliche Entwürfe gebilligt. Am Abend desselben Tages legte er sie den Reichstagsabgeordneten zur Zustimmung vor.

Auf so abenteuerliche und unverantwortlich leichtfertige Weise sind also die Gesetze zustandegekommen, die es ermöglicht haben, daß ahnenzählende Pedanterie von Stammbaumschnüfflern künftig über Wohl und Wehe von Menschen, und letzten Endes über das Schicksal der Nation entscheiden konnten.

Die Zahl der Terrorurteile der deutschen Justiz, die aufgrund der Nürnberger Gesetze gefällt wurden, ist bis heute nicht ermittel worden. Das Hetzblatt „Der Stürmer“ nennt 558 Urteile allein für das Jahr 1936. Nach Abbüßung der mehrjährigen Gefängnis- oder Zuchthausstrafen erfolgte automatisch die Überführung in ein Konzentrationslager.

(nach Schoenberner, Der gelbe Stern)

Hitler droht öffentlich mit der Vernichtung der Juden

„. . . Ich will heute wieder ein Prophet sein: Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in- und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann würde das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit den Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa. Denn die Zeit der propagandistischen Wehrlosigkeit der nichtjüdischen Bevölkerung ist zu Ende. Das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien besitzen jene Einrichtungen, die es gestatten, wenn notwendig, die Welt über das Wesen einer Frage aufzuklären, die vielen Völkern instinktiv bewußt und nur wissenschaftlich unklar ist. Augenblicklich mag das Judentum in gewissen Staaten seine Hetze betreiben unter dem Schutz einer dort in seinen Händen befindlichen Presse, des Films, der Rundfunkpropaganda, der Theater, der Literatur usw. Wenn es diesem Volke aber noch einmal gelingen sollte, die Millionenmassen der Völker ein einen für diese gänzlich sinnlosen und nur jüdischen Interessen dienenden Kampf zu hetzen, dann wird sich die Wirksamkeit der Aufklärung äußern, der in Deutschland allein schon in wenigen Jahren das Judentum restlos erlegen ist. Die Völker wollen nicht mehr auf den Schlachtfeldern sterben, damit diese wurzellose internationale Rasse an den Geschäften des Krieges verdient und ihre alttestamentarische Rachsucht befriedigt. Über die jüdische Parole „Proletarier aller Länder, vereinigt euch“ wird eine höhere Erkenntnis siegen, nämlich: „Schaffende Angehörige aller Nationen, erkennt euren gemeinsamen Feind! . . .“

(Aus der Reichstagsrede Hitlers vom 30.1.1939, zitiert nach Hohlfeld: Dokumente der deutschen Politik und Geschichte . . . Bd. V, S. 8)