Konzentrationslager
In Deutschland kann „Konzentrationslager“ nur heißen: systematischer Völkermord, planmäßige Massenvernichtung, millionenfache Einzelschicksale, in der Zeit als Hitler herrschte. Wieviele starben? Manche sprechen von sechs Millionen Toten, andere schätzen die Zahl der Opfer sogar auf 15 Millionen. Zahlen sind nüchtern, hinter ihnen verbergen sich menschliche Tragödien, die von den „Spätgeborenen“ nicht nachvollzogen werden können. Im nationalsozialistischen Deutschland entstanden die ersten Konzentrationslager schon 1933, kurz nachdem Hitler die Macht ergriffen hatte. In „Schutzhaft“ genommen wurden zu „Volksschädlingen“ abqualifizierte Menschen: Kommunisten, Sozialisten, Geistliche, Juden, „Arbeitsscheue“, Kriminelle, Homosexuelle, Sinti und Roma, nach Kriegsbeginn auch Gefangene und Angehörige besetzter Länder. Eine formalrechtliche Grundlage der Inhaftierungen war die Notverordnung vom 28. Februar 1933. Erst errichteten SA und SS „wilde“ Lager (dazu gehörte auch das Lager Kemna in Wuppertal), später entstanden „staatliche“ Lager. Dachau bei München, Oranienburg und das berüchtigte Columbia-Gefängnis bei Berlin zählten zu den ersten. Nach 1939 wurde das Netz der Haupt- und Nebenlager immer dichter: Stutthof, Bergen-Belsen, Theresienstadt, Auschwitz, Groß-Rosen. 1944 gab es 20 Konzentrationslager mit 165 angeschlossenen Arbeitslagern.

Seit 1941 wurden zur sogenannten „Endlösung der Judenfrage“ Vernichtungslager eingerichtet. Verstärkt wurden die Häftlinge auch zur Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie eingesetzt. Ab 1943 kam es zu Massentötungen von Geisteskranken. An vielen Häftlingen wurden grausamste medizinische Experimente vorgenommen.